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Rezension erscheint auch in der Junni 2006-Ausgabe des kostenlosen PDF-Magazins Gelegenheitsspieler.
Rubrik: Noch aktuell
Der Herr der Ringe – Das Duell
Rezension von Henry Krasemann
Autor: Peter Neugebauer Verlag: Kosmos Spielerzahl: 2 Spieldauer: ca. 20-30 Minuten Ab 10 Jahren Preis: ca. 10-15 Euro Erscheinungsjahr: 2002
Der Hype 2001 bis 2003 waren die Jahre der „Herr der Ringe“-Spiele. Passend zu den Kinofilmen kamen Titel wie „Die zwei Türme“ (Ravensburger, Kosmos), „Die Suche“ (Kosmos), „Die Gefährten“ (Pegasus Spiele, Ravensburger, Kosmos), „Die Entscheidung“ (Kosmos), „Das Kinderspiel“ (Kosmos), „Das Meisterquiz“ (Kosmos), „Der Ringkrieg“ (Phalanx Games) und viele andere auf den Markt. Auch Varianten von Monopoly, Risiko oder Memory fanden ihren Weg in die Kaufhäuser. Viele verschwanden so schnell wie sie gekommen waren. Einige wenige jedoch hatten das Potential, auch über die Zeit des Hype hinweg zu bestehen. Ob „Das Duell“ von Peter Neugebauer dazu gehörte, musste sich zeigen.
Kampf Balrog gegen Gandalf „Das Duell“ ist eigentlich ein Kartenspiel. Zwar gibt es ein Spielbrett und eine dekorative Brücke zum Zusammenstecken, doch dient beides nur der Anzeige von Kräfte- bzw. Siegpunkten. Das Spiel selbst findet mittels der Karten statt. Ein Spieler kämpft mit den Karten des Balrog, der andere mit denen von Gandalf. Eine Partie wird in vier Runden ausgetragen. Die Spieler halten jeweils 9 Karten auf der Hand, von denen sie 6 verwenden dürfen. Die restlichen drei bilden zusammen am Ende mit den Restkarten aus den übrigen Runden den Kartensatz für das Finale. Die Spieler legen abwechselnd eine ihrer Karten in einer langen Reihe nebeneinander. Jede Karte zeigt auf der rechten Seite die Angriffsstärke und auf der linken die Verteidigungsfähigkeit an. Dadurch ist jede Karte, mit der sich ein Spieler verteidigt, auch gleichzeitig seine Angriffskarte für den nächsten Zug. Kann ein Angriff nicht vollständig abgewährt werden, werden Punkte abgezogen. Unterschreitet einer der Spieler dabei eine bestimmte Marke, hat er die Runde verloren. Um Abwechslung hineinzubringen, haben einige Karten zusätzlich Sonderfunktionen. So kann Gandalf z.B. den Balrog dazu verpflichten, sich gegen dessen letzten Angriff selber zu verteidigen. Der Balrog wiederum kann Gandalf zwingen, eine schon abgelegte Karte für einen Spielzug zu verwenden.
Das Gute gewinnt immer? Aus diesem recht simplen Spielprinzip ergeben sich einige taktische Möglichkeiten. So heißt es haushalten mit machtvollen Karten, denn diese werden in der vierten Runde für das Finale benötigt. Allerdings darf man auch nicht zu sehr in Rückstand geraten, damit das Spiel nicht vorzeitig verloren geht. Auch die Sonderfunktionen wollen mit Bedacht eingesetzt werden, damit sie ihre maximale Wirkung entfalten. Insgesamt scheinen die Karten von Gandalf jedoch einen Tick stärker zu sein.
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Wer „Das Duell“ als einfachere Variante von Blue Moon (ebenfalls aus dem Hause Kosmos) bezeichnet, liegt nicht völlig falsch. Die Spielmechanismen sind über weite Strecken vergleichbar. Doch gibt es einige Unterschiede, die den eigenen Reiz von „Das Duell“ ausmachen. Das Kampfsystem ist einfacher, bietet aber doch taktische Varianz. Dafür punktet Blue Moon mit interessanteren Sonderfunktionen und zahlreichen Paketen mit neuen Kartensätzen, die für längere Zeit Abwechslung garantieren. Auch bietet nur Blue Moon die Möglichkeit, eigene Kartendecks zusammenzustellen und damit seine eigene Kartenarmee zu bilden. „Das Duell“ bietet hier deutlich weniger Abwechselung. Gerade die Einfachheit und die kurze Spielzeit von ca. 20 Minuten verleiten jedoch immer wieder mal dazu, es hervorzuholen. Die für ein Zwei-Personen-Spiel ungewöhnliche Aufmachung mit einer dreidimensionalen Treppe im Zentrum des Spielplans sieht auch nett aus. „Das Duell“ ist weit besser als „Die Suche“, die ebenfalls aus der Feder von Peter Neugebauer stammt. Wie schön, dass er was gefunden hat. (hk)
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