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Rezension erschien in der Februarausgabe des kostenlosen PDF-Magazins Gelegenheitsspieler.
Rezension „Ohne Furcht und Adel“ Autor Rezension: Henry Krasemann
Spielautor: Bruno Faidutti Erschienen bei Hans im Glück Spielzeit: ca. 90 Minuten Spieler: 3-7 Preis: ca. 15 Euro
Im Jahr 2000 war Torres Spiel des Jahres. Aber nur knapp daran vorbeigeschrammt ist das Spiel „Ohne Furcht und Adel“. Vielleicht lag es daran, dass es sich „nur“ um ein Kartenspiel handelte. Denn liest man im Internet Listen von privaten Lieblingsspielen, dann taucht „Ohne Furcht und Adel“ dort regelmäßig auf.
Die Anleitung findet auf einer beidseitig bedrucken DIN-A-4 Seite Platz. Grundsätzlich geht es darum, mittels Goldmünzen möglichst wertvolle Gebäudekarten zu erwerben, um am Ende insgesamt den besten Grundbesitz vorweisen zu können. Dabei können Gebäude während des Spiels Erträge in Form von Goldmünzen einbringen. Das, was das Spiel jedoch ausmacht, sind die verschiedenen Rollen, die man zum Erreichen dieses Ziels einnehmen kann. So gibt es den Meuchler, der einen anderen Charakter für eine Runde vollständig außer Gefecht setzt. Oder den Dieb, der anderen ihr gesamtes Gold abnimmt. Händler und Baumeister bekommen Sonderausschüttungen an Gold bzw. Baumöglichkeiten. Saboteure zerstören fremde Gebäude wieder und Prediger sind für eine Runde geschützt. Rundenleiter ist stets der König. Abwechslung kommt dadurch ins Spiel, dass jede Runde die Rollen neu verteilt werden. In großem Maße kann dieses durch die Spieler selber gesteuert werden.
Die sehr unterschiedlichen Möglichkeiten, die sich aus der Rollenwahl jeweils ergeben, machen den Reiz von „Ohne Furcht und Adel“ aus. Auch wer scheinbar führt, kann durch geschickten Einsatz von Meuchler oder Saboteur noch kurz vor Schluss am Sieg gehindert werden. Durch eine vom Autoren geschickt eingebrachte Zugreihenfolge der Charaktere kommt zusätzliche Spannung hinein. Selten ist dem Meuchler wirklich bekannt, welcher Spieler sich hinter der gemeuchelten Figur zunächst verbirgt.
„Ohne Furcht und Adel“ gehört auch heute noch zu den Ausnahmespielen, die immer wieder abwechslungsreiche und spannende Partien ermöglicht. Man vergisst beinahe, dass es sich „nur“ um ein Kartenspiel handelt. Und vielleicht gibt sich ja auch die Jury vom „Spiel des Jahres“ eines Tages einen Ruck, auch im 21. Jahrhundert mal ein Kartenspiel zu prämieren. Zumindest, wenn es so abwechslungsreich ist, wie „Ohne Furcht und Adel“.
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