Das verrückte Labyrinth

 


Die Rezension ist erschienen in der November/Dezember 2006-Ausgabe des Magazins Gelegenheitsspieler. Laden Sie die aktuelle Ausgabe jetzt direkt kostenlos herunter.

Autor: Max J. Kobbert
Verlag: Ravensburger
Spieler: 2 bis 4
Alter: ab 7 Jahre
Preis: ca. 25 Euro
Erscheinungsjahr: 1986 (2006)

Wäre da nicht Heimlich & Co 1986 gewesen, „Das verrückte Labyrinth„ wäre wohl Spiel des Jahres geworden. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen, die damals auf der Auswahlliste waren, wie „Code 777„, „Malawi„ oder „Winkeladvokat„ hat es „Das verrückte Labyrinth„ geschafft bis heute ein kleiner Dauerbrenner der Familienspiele zu bleiben. Grund genug für Ravensburger, zum 20 jährigen Jubiläum eine Sonderausgabe herauszubringen.

Rück mal
Das Spielprinzip ist so einfach wie mitreißend. Karten geben vor, welche Ziele man auf dem Spielbrett als nächstes ansteuern muss. Das Spielbrett besteht aus den Gängen eines Labyrinths. Pro Zug kann die eigene Spielfigur einen zusammenhängenden Gang durchlaufen. Das Problem ist, dass am Anfang jedes Zuges ein Labyrinthteil vom Spieler an einem von 12 Stellen hinein geschoben werden muss, was alle Labyrinthteile dieser Reihe um eine Stelle verschiebt. Mit dem am anderen Ende hinausfallenden Teil muss der nächste bei seinem Zug wieder eine Reihe verschieben. Auch Spielsteine können so mit verschoben werden. Wer dennoch, oder gerade deswegen, alle seine Ziele im Labyrinth erreicht hat, gewinnt.

Verflixt noch einmal
Was einfach klingt, kann schnell zu einer haarigen Angelegenheit werden. Hat man sich endlich das Labyrinth so hingeschoben, dass das ersehnte Ziel zum Greifen nah ist, kommt irgend ein Mitspieler daher und schiebt einem wieder eine Wand dazwischen. Zum Mäusemelken. Zum Glück kann man sich auch revanchieren. Gerade in Runden mit allen vier Spielern kann das über weite Strecken ziemlich verwirrend werden.


Fazit

Das Spielprinzip von „Das verrückte Labyrinth„ funktioniert noch immer. Durch den einfachen, aber dennoch fordernden Zugmechanismus mit den sich verschiebenden Labyrinthteilen ist es auch nach heutigen Maßstäben ein gutes Spiel. Gerade beim Spiel zu Viert kann jedoch der Frust über verbaute Strecken groß werden. Immerhin kann man sich dafür kurze Zeit später im eigenen Zug revanchieren. Das Spiel zu Zweit und teilweise auch zu Dritt erlaubt mehr taktisches Vorgehen.
Das Spielprinzip ist innerhalb von drei Minuten erklärt und verstanden. Auch Kinder dürften hiermit keine Probleme haben. Deshalb „Das verrückte Labyrinth„ als Kinderspiel abzutun, würde ihm allerdings nicht gerecht werden. Schließlich gibt es für die Kleinen eine extra Junor-Ausgabe.
Die silbrige Aufmachung in festem Karton dieser Sonderedition tut das Ihrige dazu, dass das Spiel heute so aktuell ist wie damals. Zum Glück ist es nicht verrückt, dass gute Spiele auch ohne Spiel-des-Jahres-Titel 20 Jahre durchhalten können.


Wertung

Gesamtwertung: ordentlich

Einstiegshürde: niedrig (in drei Minuten erfasst)
Preis/Leistungs-Verhältnis: okay

Vergleichbare Spiele: Labyrinth der Meister, Das Labyrinth der Ringe, Junior Labyrinth