Heckmeck am Bratwurmeck

 


Rezension Heckmeck am Bratwurmeck

Die Rezension ist erschienen in der November/Dezember 2006-Ausgabe des Magazins Gelegenheitsspieler. Laden Sie die aktuelle Ausgabe jetzt direkt kostenlos herunter.

Autor: Reiner Kinzia
Verlag: Zoch GmbH
Spieler: 2-7
Alter: ab 8 Jahre
Erscheinungsjahr: 2005
Preis: ca. 10 Euro

Man kann es sich so vorstellen: Mathematiker Knizia fühlte sich eines Tages vom Kniffel-Spielen mit den Kindern unterfordert. Außerdem fehlten immer die Zettel und Kugelschreiber. Etwas Blättern im Stochastikbuch, ein paar Steine aus TaYü (das eh gerade - völlig zu unrecht - überall verramscht wurde), schon war sein Kniffel V2.0 fertig. Doch mit einem reinen Würfelspiel wird man heute nichts, sagten da wohl die Herren von Zoch. Da denken wir uns jetzt eine schön schräge Geschichte rund um Bratwürmer zu aus und drucken einfach an Stelle der Sechs einen roten Wurm auf die Würfel.

Herausgekommen ist Heckmeck am Bratwurmeck.

Würfeln bis zum letzten Wurm
Im Gegensatz zum bekannten Kniffel / Yatzee wählt der Spieler bei Heckmeck am Bratwurmeck nach jedem Wurf aufs Neue, welche Augenzahl er sammelt. Das geht so: Der Spieler würfelt, sucht sich eine Zahl aus dem Wurf aus und legt alle Würfel davon zur Seite. Die Restlichen werden neu geworfen. Nun dürfen nur noch Werte herausgesucht werden, die nicht schon vorher gewählt wurden. Das geht so lange, bis man entweder freiwillig aufhört, alle Würfel entnommen wurden oder ein Fehlwurf erfolgt. Das ist z.B. der Fall, wenn nur noch Augenzahlen fallen, die schon in dieser Runde vom Spieler ausgewählt wurden. Je nach so ersammelter Gesamtzahl an Würfelaugen kann man sich dann mehr oder minder wertvolle Wurmsteine aus der Auslage oder sogar vom Gegner nehmen. Bei Fehlwürfen geht man nicht nur leer aus, sondern muss gegebenenfalls. sogar einen Stein wieder zurücklegen. Wurden alle Wurmsteine so verteilt, gewinnt, wer hierauf die meisten Würmer zählt.

Ohne Wurm nichts los
Ein paar Finessen heben Heckmeck am Bratwurmeck von anderen reinen Würfelspielen ab. Je nach Risikobereitschaft kann der Spieler nach jedem Wurf neu entscheiden, welche Sammelstrategie er verfolgen möchte. Will man möglichst hoch pokern und deshalb nur eine einzelne Eins entnehmen, um im nächsten Wurf mehr Würfel zur Verfügung zu haben? Oder geht man auf Nummer sicher und wählt den einsamen Wurm. Der darf stets in einer gültigen Würfelsammlung nicht fehlen. Und wer auf Konfrontation aus ist, spekuliert auf das Abnehmen von Steinen beim Gegner durch genaues Erreichen derer Werte.


Fazit HK

Heckmeck am Bratwurmeck ist kein Spiel für Strategen. Es überrascht bei einem Würfelspiel wenig, dass hier das Glückmoment die Oberhand hat. Dennoch hat man bei jedem Wurf aufs Neue die Möglichkeit, sein Vorgehen ein wenig zu variieren. Hinzu kommt eine nicht zu verachtende Interaktionsmöglichkeit des Stehlens fremder Wurmsteine. Das Spiel macht schon mit zwei Personen Spaß. Je mehr Spieler es werden, um so mehr Möglichkeiten des Wegnehmens von fremden Steinen entstehen zwar. Jedoch vergrößern sich auch die Wartezeiten, bis man wieder aktiv ins Geschehen eingreifen kann.
Heckmeck ist innerhalb von 5 Minuten erlernt und irgendwie genau so, wie seine Verpackung: quadratisch, praktisch, gut.


Fazit CTK

Jemand gibt mir eine Karte und sagt: „Das ist ist eine Stinkwanze.„ Ich muss entscheiden, ob er die Wahrheit sagt oder nicht. Das ist Kakerlakenpoker. Mehr nicht. Wenn mir vorher jemand erzählt hätte, ich würde mit so einer simplen Entscheidung länger als dreißig Sekunden Spaß haben, hätte ich ihn ausgelacht. Doch ich bin geläutert. „Wenn er dankt, dass ich denke, dass er sagt, was ich nicht denke, dann ist das eine Fliege. Oder glaubt er, dass ich weiß, dass er denkt, wenn ich sage..„ Derlei Gedanken befallen einen leicht beim Ungezieferschieben. Mit den richtigen Mitspielern ist Kakerlakenpoker ein Riesenspaß. Mit den falschen hingegen Zeitverschwendung. Wer gern blufft, lügt und fabuliert, liegt hier richtig.


Wertung

Kategorie: grün (einfach)
Gelegenheitsspielertauglichkeit: hoch
Preis/Leistungs-Verhältnis: okay
Positionierung innerhalb seiner Gattung: überdurchschnittlich

Gesamtwertung: empfehlenswert

Vergleichbare Spiele: Kniffel (schlechter), Yatzee (schlechter), Meiern (hochprozentiger)


 


 


Riesen-Heckmeck auf der Spiel 06