Packeis am Pol

 


Die Rezension ist in der April/Mai 2006-Ausgabe des Magazins Gelegenheitsspieler erschienen. Laden Sie die Ausgabe jetzt direkt kostenlos herunter.

Rezension von Henry Krasemann

Titel: Packeis am Pol – Kreuz und Quer über die Schollen
Spielautoren: Alvydas Jakeliunas & Günter Cornett
Verlag: Phalanx Games
Spieler: 2-4
Preis: ca. 19,90 Euro
Spielzeit: ca. 15 Minuten
Material: 60 sechseckige Eisschollen, 16 Pinguine aus Holz, 1 Regelblatt.

Der Spieleverlag Phalanx Games aus den Niederlanden war bisher vor allem für seine Strategiespiele bekannt. Werke wie Nero, Waterloo und erst recht Der Herr der Ringe – Der Ringkrieg bedurften längerer Einarbeitungszeit und Durchhaltevermögen beim ersten Spielen.
Packeis am Pol stellt das Gegenteil dar. Es gibt kaum eine Neuerscheinung in diesen Tagen, die simpler ist und mit so wenigen Zeilen Anleitung auskommt. Wären nicht noch Bilder und Beispiele angegeben, sie würde auf drei der beiliegenden Spielplättchen passen.

Jedem seine Scholle
Das Spielfeld besteht aus 60 sechseckigen Eisschollen. Jede Scholle ist mit ein, zwei oder drei Fischen bedruckt. Dazu erhält jeder Spieler je nach Teilnehmerzahl 2 bis 4 Pinguine, die er frei auf den Schollen mit einem Fisch darauf verteilen kann. Abwechselnd zieht sodann jeder einen Pinguin über das Feld. Das Plättchen, von dem der Pinguin startet, erhält der Spieler. Schollenlücken und andere Pinguine dürfen nicht übersprungen werden. Am Ende gewinnt der Spieler, der die Schollen mit den insgesamt meisten Fischen darauf eingesammelt hat.

Taktik im Eis
Eine Partie ist schnell vorbei. Immer wieder entstehen abgetrennte Gebiete, die nur noch von einem Pinguin oder von keinem mehr erreicht werden können. Eine Taktik kann daher sein, gegnerische Pinguine so in die Enge zu treiben, um dann selber in Ruhe die wertvollen Schollen einzusammeln. Allerdings kann es auch ertragreich sein, ein größeres abgetrenntes Gebiet alleine leer räumen zu können. Dies gilt insbesondere bei Zweier-Spiel bei dem jeder vier Pinguine bewegen darf. Das Pinguinopfer fällt da leichter.


Fazit HK: vom Packeis gepackt

Packeis am Pol macht gerade durch seine Schnelligkeit Spaß. Es funktioniert sowohl zu zweit als auch mit bis zu vier Spielern. Der Wiederspielwert ist hoch. Unangenehm fällt dabei nur die Aufbauphase vor Spielbeginn auf. Bis die sechzig Eisschollen gleichmäßig verteilt sind, können einige Minuten vergehen. Stechen sonst Phalanx Spiele durch opulente Ausstattung heraus, sind hier 60 Plättchen und 16 Holzpinguine etwas wenig für knapp 20,- Euro (empfohlener Preis). Gemessen am gebotenen Spielspaß ist es allerdings das Geld wert. Auch nach längerer Spielpause braucht man keine Angst zu haben, sich wieder langwierig in die Regeln einarbeiten zu müssen. Was will man mehr als Gelegenheitsspieler? (hk)


Fazit CTK

„Packeis am Pol“ ist schnell erklärt und schnell gespielt. Durch das bei jedem Spiel anders aufgebaute Spielfeld kann man es auch gut mehrmals hintereinander spielen. Als abendfüllende Veranstaltung taugt es allerdings nicht. Insbesondere der Umstand, dass man eigentlich nie genau weiß, wie viele Punkte die Mitspieler gerade haben, erschwert ein offensives Spiel. So versucht man, die eigene Beute zu maximieren, das Behindern von Gegnern ist erst in zweiter Linie interessant. „Packeis am Pol“ bleibt ein Spiel für Zwischendurch – allerdings ein verdammt gutes.


Wertung

Gesamtwertung (Schulnote von 1+ bis 6-): 2(gut)
Wertung für Gelegenheitsspieler: 1- (sehr gut)