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Rezension erschien in der Februarausgabe des kostenlosen PDF-Magazins Gelegenheitsspieler.
Rezension "TORU" Autor Rezension: Henry Krasemann
Verlag: Parker Erschienen 2005 3-5 Spieler Ca. 10-20 EUR
Ein Spiel, das noch im gleichen Jahr, in dem es erschienen ist, im Grabbelkasten von Karstadt für 10,- Euro landet, kann nicht gut sein. So geschehen beim erst 2005 bei Parker erschienen Spiel TORU. Unterstützt wird diese Meinung durch die abschreckend bunte und aggressiv gestaltete Verpackung im Bravo Foto-Love-Story Stil, der auch bei der Spielanleitung fortgesetzt wird. Um so überraschter wird man sein, wenn man feststellt, dass sich hinter TORU doch ein ganz unterhaltsames Spiel verbirgt. Keines, das man einen ganzen Abend lang spielt, aber eines, das regelmäßig für ein bis zwei Runden auf den Tisch kommt. Das Spielprinzip ist sehr einfach. In der Mitte des Tisches stehen je nach Spielerzahl 2 bis 4 große Drachenfiguren. Ziel ist es, sich im richtigen Moment einen der Drachen zu greifen. Dieser Moment wird durch das ständige Weiterschieben von verschieden gestalteten Münzen bestimmt. Erhält man eine bestimmte Kombination an Münzen, das sogenannte „Full House“, greift man sich möglichst den zu einem gehörenden Drachen. Welcher das ist, wird vorher geheim ausgelost. Die Mitspieler versuchen, durch diesen Reflex ausgelöst, es einem nachzutun. Doch da ein Drachen zu wenig auf dem Tisch steht, als dass alle Spieler einen abbekommen würden, bleibt zumindest einer jede Runde ohne Punkt. Möglich ist es auch zu bluffen und mittels geschicktem Vortäuschen andere zum Nehmen eines Drachens zu bewegen. Dies führt bei diesen zu Minuspunkten. Ein Spiel ohne großen Tiefgang, bei dem vor allem Aufpassen und Reaktionsschnelligkeit gefordert sind. Und ein Spiel, das Spaß macht. Denn spätestens, wenn man erstmals es geschafft hat, Mitspieler zum falschen Zugreifen zu verleiten, kommt diese diebische Freude auf, wie sie sonst nur derjenige verspürt, der beim Mensch-Ärgere-Dich-Nicht den Gegenspieler direkt vor dessen Zugang zum „Haus“ schlägt. Neu ist die Idee indes nicht. Schon 1990 kam bei Parker das Spiel ZUMA raus. Die Münzen waren Karten, die Drachen waren Säulen und statt „TO-RU“ sollte man „ZU-MA“ beim weitergeben der Sammelobjekte rufen. Aber sollte früher tatsächlich alles besser gewesen sein, warum dann nicht auch eine gute Idee wiederverwenden? Leider kann TORU im Gegensatz zu ZUMA nur mit maximal fünf statt damals sechs Personen gespielt werden. Die 10,- Euro ist es aber auf jeden Fall wert.
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