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Die Rezension ist erschienen in der November/Dezember 2006-Ausgabe des Magazins Gelegenheitsspieler. Laden Sie die aktuelle Ausgabe jetzt direkt kostenlos herunter.
Rezension von Henry Krasemann
Autor: Richard Garfield Verlag: Winning Moves Spieler: 2 Alter: ab 8 Jahre Spieldauer: ca. 10 bis 15 Minuten Preis: 10 Euro Erscheinungsjahr: 2006
Es gibt Spiele, bei denen ist die Verpackung das Motivierenste zum Ausprobieren. Es gibt Spiele, bei denen zeigt schon das Schachteldesign, dass innen nur Billigware zu erwarten ist. Und schließlich gibt es Spiele, da möchte man den Grafiker vier Wochen lang Pöppel zum Frühstück essen lassen, wenn er ein wirklich gutes Spiel hinter vermeintlich gut gemeintem Retro-Farbig-Design versteckt. So geschehen bei "Auf die Palme" von Richard Garfield.
Vögelei in der Palme Zwei verdeckte Kartenstapel und dazwischen eine Palme als Spielbrett. Mehr gibt es bei „Auf die Palme“ nicht. Abwechselnd zieht jeder Spiele eine Karte und legt sie an. Höhere Kartenwerte schlagen niedrigere auf der gegenüberliegenden Seite. Dabei ist es das Ziel, möglichst hohe Stellen auf der Palme zu besetzen und somit auch hohe Punktezahlen am Ende zu bekommen. Entsprechend heiß umkämpft sind diese Stellen. Einige Sonderbereiche am Baum bringen Abwechslung wie doppelte Punktzahl, Einsicht in verdeckte Karten und Vorteile beim Kampf Vogel gegen Vogel, wenn es zum Patt kommt.
Pack den Tiger in den Baum Einfach nur Karten zu ziehen und mit einem höheren Wert Vögel auf der Gegenseite zu vertreiben wäre langweilig. Den Pfiff bekommt „Auf die Palme“ dadurch, dass zunächst angelegte Karten verdeckt bleiben. Erst wenn es zur Konfrontation kommt, wird eine Seite aufgedeckt. Dies ermöglicht eine gewisse Strategie, die von der Gegenseite nicht sofort erkennbar ist. Geringwertige Karten können zur Ablenkung oder zum Bluff genutzt werden. Und schließlich gibt es als besondere Überraschung für den siegesgewissen Gegenspieler die Tigerkarte, die Vögel jeden Wertes vertreibt.
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„Auf die Palme“ ist ein wunderschön einfaches, aber dennoch jedes Mal aufs Neue spannendes Spiel für Zwischdurch. Denn hat man es ein paar mal gespielt, dauert eine Partie selten länger als 10 bis 15 Minuten. Dabei besteht sie aus zwei Runden, bei denen der Startspieler wechselt. Gerade das Verdeckthalten der Karten ermöglicht einige interessante Varianten. Die Regeln sind dabei so einfach, dass das gemeinsame Erarbeiten kaum Länger als 15 Minuten dauern sollte. Warum der Verlag allerdings für das Packungsdesign auf den abschreckenden knallbunten 60 Jahre Look gesetzt hat, bleibt wahrscheinlich sein Geheimnis. Es so einem schönen kleinen Spiel zusätzlich auf dem Markt schwer zu machen, kann einen schon auf die Palme bringen.
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