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Die Rezension ist erschienen in der November/Dezember 2006-Ausgabe des Magazins Gelegenheitsspieler. Laden Sie die aktuelle Ausgabe jetzt direkt kostenlos herunter.
Autoren: Liesbeth Vanzier und Paul Van Hove Verlag: Phalanx Games Spieler: 3 bis 5 Alter: ab 12 Jahre Spielzeit: ca. 90 bis 120 Minuten Preis: ca. 30 Euro Erscheinungsjahr: 2006
Wilde Orgien, rauschende Feste, Reichtum, Völlerei, immer willige Frauen, ausschweifende Lebensart. So mag es im Harem zugegangen sein. Oder besser, so mag es in der Phantasie gewesen sein der Männer, die entsprechende Geschichten aus Tausend und Einer Nacht niedergeschrieben haben. Die harte Spielerealität sieht anders aus. Vor die Vielweiberei im Harem haben die Autoren den Willen der zu betörenden Damen gestellt. Wie gut, dass sich gleich auf der ersten Seiten des Regelheftes die Warnung findet, bitte bitte das Spiel nicht „bierernst„ zu nehmen. Nicht dass wenig gefestigte Spieler durch „Emira„ verführt werden, ihren eigenen Harem zu gründen.
Die Dame ist der Herr im Haus So schön die Aufmachung, so schwer durchdringbar das Spielprinzip. Bei „Emira„ geht es darum, die am Anfang einer Partie verteilten Zielkarten zu erfüllen. Die Aufgabe besteht dabei immer darin, bestimmte Anzahlen an Haremsdamen mit unterschiedlichen Eigenschaften zu sammeln. Wer die Aufgabe als erster erfüllt hat, gewinnt. Vor die Gunst der Frauen haben die Götter jedoch die Attraktivität des Werbenden gesetzt. Die jeweils gerade im Angebot befindliche Dame gibt vor, was sie von ihrem Traumprinzen erwartet. Seien es profane Dinge wie Geld oder auch Ausstrahlung, Status oder ein prunkvoller Palast. Geld kommt insbesondere durch Getreidefelder rein, die jeder Spieler besitzt. Zentrales Element ist der Basar. Hier werden Aktionen versteigert, die wiederum Einfluss auf die entsprechenden Eigenschaften des Spielers haben. Ereigniskarten bringen zusätzliche Manipulationsmöglichkeiten. Und schließlich sind auch die Damen, selbst wenn sie in den Harem einziehen, nicht nur ein Quell der Freude. In der Regel kosten sie Geld. Und wenn man dann auch noch auf ein Luxusgeschöpf wie Xenia trifft, kann es teuer werden.
Der Preis ist heiß Insbesondere zu hemmungsloses Einsammeln der Haremsdamen kann zur schnellen Geldknappheit führen. Aber auch die Versteigerungen können einen ruinieren. Kostet doch nicht nur das Bieten, sondern dann auch die gewählte Aktion einen entsprechenden Betrag. Hier sollte man gehörig aufpassen, dass noch genügend Bares im Säckel ist, um in der nächsten Runde die Damen noch bezahlen zu können. Denn sonst gibt es „Unruhe„ und eine Frau verlässt einen. Dumm, wenn das gerade die war, die man zum Sieg später benötigt.
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„Emira„ lässt den Rezensenten ratlos zurück. Die Aufmachung ist schön, die Geschichte um die Haremsdamen stimmungsvoll umgesetzt. Man merkt dem Spiel an, dass die Autoren bemüht waren, möglichst viel von den Klischees aus Tausend und Einer Nacht aufzunehmen. Selbst Kamele dürfen nicht fehlen. Leider ist damit das Spiel auch kompliziert geworden. Gerade die erste Partie beraucht einige Zeit, bis alle die Spielmechanismen verstanden haben. Knapp eine Stunde sollte man zum Erarbeiten der Regeln und Ausprobieren einplanen. Aber auch dann stellt sich erst nach und nach ein Gefühl dafür ein, welche Aktionen wann sinnvoll seien können. Hinzu kommt, dass gerade in Vollbesetzung immer wieder längere Wartezeiten entstehen. Wer eine Aktion ersteigert hat, muss tatenlos zusehen, wie die restlichen Spieler ebenfalls einer nach dem anderen neue Versteigerungen durchlaufen. Zwischenwertungen fehlen ganz, so dass abgeschlagene Spieler kaum eine Chance haben, wieder aufzuholen. Was bleibt, ist ein Spiel, das durch seine Aufmachung punktet und erst nach und nach seine spielerischen Reize preis gibt. Wer das mag, kann mit „Emira„ einige nette Stunden verleben. Es ist eben kein Spiel für eine Nacht.
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