Jenseits der Schönheit

 


Die Rezension ist erschienen in der November/Dezember 2006-Ausgabe des Magazins Gelegenheitsspieler. Laden Sie die aktuelle Ausgabe jetzt direkt kostenlos herunter.

Verlag: JMcreative
Autor: Jörg Meissner
Personen: 8 oder 9
Ab 16 Jahre
Erscheinungsjahr: 2006
Preis: ca. 19 Euro
Erhältlich bei www.krimitotal.de

Dr. Kevin Schwarz hat ein Problem. Er ist tot. Umgebracht von einem Freund, Mitarbeiter oder auch Verwandten. Man weiß es nicht so ganz genau. Die Umstände des Todes sind zunächst völlig unbekannt. Wie gut, dass zumindest das Abendessen noch schmeckt.

Schönheit ist vergänglich
Nach „Der Duft des Mordes„ (Rezension in Gelegenheitsspieler Nr. 5), „Im Schatten der Premiere„ und „Die zweifelhafte Welt der Märchen„ ist nunmehr mit „Jenseits der Schönheit„ der vierte Fall der Krimispielserie herausgekommen, die unter dem Label KRIMItotal bei JMcreative erscheint.

Die Regeln sind jeweils sehr ähnlich. Mindestens acht, höchstens neun Spieler bekommen rechtzeitig vor dem Krimiabend vom Gastgeber einen Umschlag übersandt, der ihre Rolle für den Abend beschreibt. Hierin enthalten sind auch Ideen für Verkleidungen, um die Mördersuche so authentisch wie möglich zu gestalten. Von der Politikerin Eva-Maria Wolf-Hagemeier bis zum Partylöwen Anton König bieten die Rollen wieder viele Entfaltungsmöglichkeiten der Mitspieler auch über die Rollenbeschreibung hinaus. Die Persönlichkeiten polarisieren, was auch gewollt ist. Einzig die Rolle des Karl A. Fischer als Inspektor ist optional und kann z.B. bei überraschendem Ausfall eines der Gäste weggelassen werden.
Nach einer ersten Vorstellungsrunde werden mittels weiterer Umschläge nach und nach mehr Details zum Mord an Dr. Schwarz bekannt. Dabei müssen die Spielen sich gegenseitig befragen, um an die Fakten (oder auch Gerüchte) zu gelangen. Nur der Mörder darf dabei lügen. Am Ende schließlich kommt die Anklage-Runde. Hier müssen sich die Gäste jeweils für einen Hauptverdächtigen entscheiden. Gewinner ist dabei nicht nur derjenige, der den Mörder richtig entlarvt hat, sondern natürlich ggf. auch der unentdeckte Täter. Zusatzfragen bringen weitere Differenzierungsmöglichkeiten. Wie bei allen dieser Spiele ist jedoch eher der Weg das Ziel.

Essen, Trinken, Reden
Wie auch schon bei den Vorgängern kommt es sehr darauf an, eine Gruppe an Spielern zusammenzustellen, die Lust daran hat, verschiedene Rollen einen gesamten Abend über zu spielen. Immer wieder kommt es zu Fragen und Situationen, die nicht in den Hinweiszetteln zu finden sind. Dann ist Improvisationsgabe gefragt. Das A und O des Spieles ist es jedoch, dass alle miteinander reden und auch zuhören. Nur selten bekommt man sofort die entscheidenden Fakten. Und ohne zu viel zu verraten, sollte auch die beiliegende Karte vom Anwesen des Dr. Schwarz immer mal zur Rekonstruierung der Geschehnisse herangezogen werden.


Fazit

„Jenseits der Schönheit„ hält die hohe Qualität der Krimiabende von KRIMItotal. Immer wieder ergeben sich interessante Wendungen, die den Abend nicht langweilig werden lassen. Die richtige Spielerzusammensetzung vorausgesetzt, ist ein witziger und spannender Abend garantiert. Dabei sind die Rollen stets so ausgestaltet, dass sie noch nachvollziehbar bleiben, aber dennoch viel Raum für eigene Entfaltung bieten. Wer Gastgeber ist, sollte jedoch schon vor Eintreffen der Gäste Essen und Trinken weitestgehend vorbereitet haben. Ansonsten droht, man beim Gang in die Küche einige wichtige Gespräche zu verpassen. Auch wenn ein Krimifall nur einmal gespielt werden kann, werden für knapp 20,- Euro acht bis neun Personen über ca. 4 bis 5 Stunden sehr gut unterhalten.
Zur Spiel 2006 in Essen ist übrigens diesen Herbst der neue Fall von KRIMItotal erschienen: „Der Mythos der Familie„. Die Mafia lässt grüßen.


Wertung

Gesamtwertung: empfehlenswert

Einstiegshürde: niedrig (durch Hinweiszettel selbst erlernbar, allerdings mind. 8 Spieler erforderlich)
Preis/Leistungs-Verhältnis: mittel

Vergleichbare Spiele: Kriminal Dinner, andere KRIMItotal-Fälle