Kreuz und Quer

 


Die Rezension erscheint in der August/September 2006-Ausgabe des Magazins Gelegenheitsspieler. Laden Sie die aktuelle Ausgabe jetzt direkt kostenlos herunter.

Rezension von Henry Krasemann

Rezension Kreuz&Quer

Autoren: Hartmut Witt und Frank Schaubrenner
Verlag: Kosmos
Spieler: 2-4
Alter: Ab 8 Jahre
Dauer: ca. 20 Minuten
Preis: ca. 10,- Euro
Erscheinungsjahr: 2006

Gesellschaftsspiele haben das Image, etwas mit Ruhe und Besonnenheit zu tun zu haben. Denkt man an konzentriert überlegenden Schachspieler, mag dieses stimmen. Doch einige Spiele sind das genaue Gegenteil. Bei Toru (siehe Ausgabe 5), Klatsch-Memory oder auch Halli Galli ist mit Ruhe kein Blumentopf zu gewinnen. Hierin reiht sich nun auch mit Kreuz&Quer eine Neuheit aus dem Hause Kosmos ein.

Greifen und Sammeln
Zu Beginn stellt jeder Spieler für sich mittels zufällig zugeloster Karten eine Art Rennstrecke zusammen. Diese sind bedruckt mit verschiedenartig und farbig gemusterten Feldern, die später abgearbeitet werden müssen. Danach ist es mit der Ruhe vorbei. Alle Spieler greifen gleichzeitig zu verdeckt ausgelegten Karten. Findet sich dabei eine Karte, dessen Aufdruck dem nächsten Feld der eigenen Rennstrecke entspricht, dann kommt die Karte in die sogenannte "Sammelhand". Hat der Spieler zumindest in dem Moment keine Verwendung für die Karte, wirft er sie zurück auf den Tisch, so dass sie sich einer der Mitspieler greifen kann. Dieses hektische Durcheinander endet, wenn ein Spieler "Stopp" ruft, entweder weil er meint, alle Karten zum Abarbeiten seiner Rennstrecke gesammelt zu haben, oder weil zumindest alle Karten mal aufgedeckt wurden. Seine Spielfigur wird sodann Schritt für Schritt entsprechend der gesammelten Karten voran bewegt. Hat er einen Fehler beim Sammeln gemacht und eine Karte passt nicht zum nächsten Feld, dann endet sein Zug hier. Die Mitspieler bewegen ihre Figuren ebenfalls entsprechend ihrem Sammelerfolg. Hat niemand das Ziel erreicht, startet die nächste Runde.

Schritt für Schritt
Bei Kreuz&Quer ist vor allem Schnelligkeit gefragt. Daneben muss man ständig im Blick haben, was für eine Karte als nächstes zum Weiterkommen benötigt wird. Die Mitspieler haben natürlich das gleiche Problem. Auch die sollten somit nicht aus dem Blick verloren werden.
Dabei kann schon die Zusammenstellung der Bahn am Anfang entscheidend sein. Sind doch einige Farben und Muster häufiger vorhanden als andere. Welche das sind, findet man in der Regel erst heraus, wenn man Kreuz&Quer ein paar mal gespielt hat.


Fazit

Kreuz&Quer ist kein Spiel zum Entspannen oder Absacken. Hier überwiegt die Aktion. Bei der Kartensuche kann es auch mal so hektisch zugehen, dass man tunlichst zerbrechliche Dinge in sichere Entfernung bringen sollte. All zu groβe Interaktion mit den Mitspielern findet nicht statt. Sie ist auf das wegschnappen von Karten beschränkt. Aber auch wenn man eigentlich nur für sich spielt, ist Kreuz&Quer ein groβer Spaβ für zwischendurch. Ein Spiel dauert selten länger als fünfzehnt Minuten, so dass auch der Wiederspielreiz hoch ist. Ist man doch in der Regel überzeugt, bei nächsten Mal sicherlich das Quentchen schneller zu sein. Dass dabei sehr viel vom Glück abhängt, fällt kaum auf. Da alle parallel spielen, kommt es auch zu keinen langweiligen Wartezeiten. Kreuz&Quer ist ein feines kleines Spiel für jeden, der auch mal was Anderes als ein Grübelspiel ausprobieren möchte.


Wertung

Gesamtwertung: gut (2+ gut)
Gelegenheisspielertauglichkeit (1 sehr gut)