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Die Rezension ist erschienen in der November/Dezember 2006-Ausgabe des Magazins Gelegenheitsspieler. Laden Sie die aktuelle Ausgabe jetzt direkt kostenlos herunter.
Rezension von Henry Krasemann
Autor: Friedemann Friese Verlag: Amigo Spieler: 2 bis 5 Alter: ab 10 Jahre Spieldauer: ca. 30 bis 45 Minuten Preis: ca. 6,30 Euro Erscheinungsjahr: 2006
Manchmal sind die Voraussetzungen denkbar günstig. Amigo gehört zu den renommiertesten Spieleverlagen und Friedemann Friese ist die Ikone der Independent-Hörer und Arte Themenabendgucker unter den Gesellschaftsspielern. Meilensteine wie Funkenschlag und Fiese Freunde Fette Feten findet man nicht bei Karstadt, wohl aber in vielen gut sortierten Spielesammlungen mit Anspruch. Seine Spiele sind irgendwie anders. Und Megastars ist tatsächlich anders als viele Friedemann Friese Spiele: es will einfach keinen Spaß machen.
Wer ganz oben ist, fällt tief Die Idee von Megastars ist noch ganz pfiffig. Gilt es, favorisierte Bands in der Hitparade am Ende des Spiels möglich weit nach oben zu bringen. Dazu sammelt der Spieler entsprechende Karten und darf pro Runde durch Ablegen einer selbigen dies darauf abgebildeten Musiker für einen Aufstieg vormerken. Die Hitparade wird entsprechend der abgelegten Karten bei den zahlreichen Wertungen neu zusammengestellt. Voraussetzung ist, dass einem der sieben Musiker drei Karten zum Aufstieg von den Spielern zugedacht wurden. Sind alle Karten entsprechend ins Spiel gelangt, kommt die große Endwertung. Je weiter oben schließlich die Bands, deren Karten man auf der Hand behalten hat, in der Parade stehen, um so mehr Punkte gibt es.
Die Kraft der zwei Phasen Es ist am Anfang kaum möglich, auch nur ansatzweise die Kontrolle über die Positionierung einzelner Bands zu behalten. Je mehr Spieler dabei sind, um so zufälliger wirkt der Eintritt einer Wertung und die damit einher gehende Umstellung der Hitparade. Durch die Spielmechanismen können insbesondere Bands, die gerade noch die Nummer 1 waren, ganz schnell nach unten durchgereicht werden – ohne dass wirkungsvoll von einem Spieler etwas hiergegen getan werden könnte. Somit bietet es sich an, sich zwei Drittel der Partie auf das Sammeln bestimmter Karten zu konzentrieren. Erst wenn die Restkarten zur Neige gehen und die Endwertung näher rückt, scheint es sinnvoll, sich der Hitparade zu widmen und deren Manipulation in Angriff zu nehmen.
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Ich wollte dieses Spiel mögen, so wie ich die anderen Friedemann Friese Spiele mochte. Wirklich. Aber bei Megastars will einfach kein Spielspaß aufkommen. Die Grundidee mag noch ganz nett sein und auch die grafische Gestaltung der Karten ist wieder gelungen (Stichwort: „Abi 06“). Doch die meiste Zeit lässt man das Spiel über sich ergehen, ohne das Gefühl zu haben, wirklich etwas Sinnvolles für die Endwertung machen zu können. Zu willkürlich wirken die regelmäßigen Umstellungen der Hitparade. Wenn es dann zum Ende hin etwas übersichtlicher wird, so bleibt kaum noch Zeit, wirkungsvoll einzugreifen. Für eine Spielzeit von 30 bis 45 Minuten fehlen Zwischenstationen, die einem das Gefühl vermitteln, etwas zu erreichen und die Motivation hochhalten. Selbst kurze Spiele werden so zur Tortur. Auch wenn die Regeln auf eine Seite passen, gelegenheitsspielertauglich ist es damit noch lange nicht. Vielleicht mögen sich bei Einigen nach zahlreichen Partien Strategien heraus kristallisieren, die Ordnung ins Kartenziehen und -legen bringen. Für diesen erleuchteten Kreis mag Megastars eine Bereicherung sein. Normalspieler sollten die Finger davon lassen.
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