Was'n das?

 


Die Rezension ist in der April/Mai 2006-Ausgabe des Magazins Gelegenheitsspieler erschienen. Laden Sie die Ausgabe jetzt direkt kostenlos herunter.

Was’n das?


Rezension von Henry Krasemann

Autor: Philippe des Pallières
Verlag: Ravensburger
Alter: ab 14
Spieler: 3-10
Spieldauer: 45 bis 60 Minuten
Preis: ca. 25 Euro
Erscheinungsjahr: 2006

Vorgeschichte
So mag es 2005 der Überlieferung nach bei Familie Pallières zugetragen haben: Mutter Pallières ist sauer. Der Kleine hat mal wieder den ganzen Krimskrams im Zimmer verteilt. Von der Wäscheklammer über einen einsamen Halmastab bis hin zu den unterschiedlichsten Kleinteilen aus Ü-Eiern und Kaugummiautomaten. Mutter Pallières will gerade ein Exempel statuieren und alles in einen großen Müllsack packen, als Papa Pallières das Zimmer betritt. Zwischen schreiendem Kind und Wut fauchender Mutter hin und her gerissen, hat er plötzlich nur noch Augen für den sich mehr und mehr füllenden Müllsack. Mit dem Ausruf „Heureka“ reißt er den Sack an sich und rennt direkt zur Entwicklungsabteilung von Ravensburger. Einige Monate später erscheint „Was’n das?“

Wozu’n das?
Zentrales Element von „Was’n das?“ ist allerlei Krimskrams. Neben besagter Halmastange und der Wäscheklammer finden sich in dem Karton auch noch Dinge wie Fahrkarte, Puzzleteil, Blume, Münze, Schere, Ehering und nicht zu letzt Plastikmann, Plastikflugzeug, Plastikbanane und ein Plastikschwein. Insgesamt 20 Gegenstände, die sonst schnell entsorgt werden, weil sie „nur rumliegen“, finden so wieder über die Hintertür Einzug ins Familienleben. „Was’n das?“ ist allerdings kein Kinderspiel. Vielmehr geht es darum, mit den Gegenständen Begriffe wie Sprungfeder, Ohrfeige, Pfirsichhaut, Potenzprobleme, Weichei oder Kindergarten darzustellen. Zum Glück wissen die Mitspieler, dass es sich um einen aus einer Auswahl von sechs möglichen Begriffen handeln muss. Wer zu wissen meint, was der Plastikmann mit Wäscheklammer und Ehering darstellen soll, legt die Nummer der Lösung auf ein Zielfeld. Derjenige, der dabei am schnellsten die richtige Lösung legt, bekommt auch die meisten Punkte. Aber auch ein guter „Macher“ geht nicht leer aus. Je mehr Mitspieler richtig geraten haben, um so mehr Punkte erhält er. Gewonnen hat, wer am Ende auf der Punkteleiste am weitesten gekommen ist.

Was’n für ne Taktik?
„Was’n das?“ ist ein simples Kommunikationsspiel. Dabei bedarf es schon einiger Fantasie, die oftmals recht anspruchsvollen Begriffe mit den zur Verfügung stehenden Gegenständen zu bauen. Am sinnvollsten erwies sich das schwarze Tuch, das immerhin gefaltet werden kann. Dass immer nur eine Auswahl der möglichen Gegenstände zur Verfügung steht, bringt etwas Abwechslung hinein, erhöht bei manchen Begriffe aber auch zusätzlich den Schwierigkeitsgrad. Bei einer „Pizza mit Schinken und Ananas“ ist es eben sehr bedauerlich, kann man nicht das Plastikschein zur Veranschaulichung heranziehen.

Was’n für’n Fazit?

Die Regeln von „Was’n das?“ sind in weniger als 5 Minuten erfasst. Einer baut, alle anderen raten. Dabei müssen manchmal schon sehr starke Gehirnverrenkungen vorgenommen werden, will man einige Begriffe auch nur ansatzweise darstellen. Immer wieder kommt es vor, dass doch eher der Zufall entscheidet, ob man den richtigen Begriff getippt hat. Durch die Einschränkung auf sechs Möglichkeiten können potentiell in Frage kommende Lösungen allerdings eingekreist werden. Wer sich damit abfinden kann, dass nicht immer die offensichtliche Assoziation die richtige ist und gerne mit Fantasie um die Ecke denkt, kann mit „Was’n das?“ viel Spaß haben. Das simple Spielprinzip und die flexible Spielzeit machen das Spiel gerade für Gelegenheitsspieler sehr interessant. 4 bis 5 Spieler sind ideal, damit man auch häufig genug selber „Macher“ ist. Gradlinig denkenden Menschen sei jedoch eher ein Spiel wie Activity oder Tabu empfohlen. Und immerhin bekommt man mit „Was’n das?“ endlich eine Aufbewahrungsbox für all den Krimskrams mitgeliefert. (hk)

Wertung

Gesamtwertung: 2 (gut)
Gelegenheisspielertauglichkeit: 2 (gut)