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Rezension erschien in der Februarausgabe des kostenlosen PDF-Magazins Gelegenheitsspieler.
Zombies!!!
Pegasus Spiele - www.pegasus.de 2-6 Spieler Spielzeit: 1 bis 3 Stunden Ab 16 Jahren Spielbestandteile: - 30 Gebietskarten - 50 Ereigniskarten - 6 Spielfiguren - 100 Plastik-Zombies Preis: ca. 20 €
Sein Blut ging zur Neige. Das nahe Krankenhaus versprach Hoffnung. Mit wenigen Schritten war er dort. Doch da stellte sich ihm frech der erste Zombie in den Weg. Zum Glück hatte er die Schrotflinte. Drei Untote waren schnell beseitigt und neben dem Herz als Lebensenergie fand er sogar noch etwas Munition. Als er jedoch zurück auf die vormals noch leere Straße trat, sah er sich einer Armee von gerade aus der Hölle Zurückgekehrten gegenüber. Die Schrotflinte war hinüber. Und dann riss auch noch der Schnürsenkel...
So könnte eine typische Spielsituation von Zombies!!! von Todd Breitenstein aussehen. Ende 2005 erschien nunmehr bei Pegasus Spiele die deutsche Übersetzung dieses schon 2001 bei Twilight Creations in den USA herausgekommenen Gesellschaftsspiels. Und über mangelnde Gesellschaft kann man sich schon nach wenigen Minuten Spieldauer nicht beklagen. Wie für amerikanische Spiele üblich, glänzt Zombies!!! vor allem mit zahlreichen Plastikfiguren, die über das Spielgebiet geschoben und bekämpft werden wollen. Die Spieler sind allein unter bis zu 100 Zombiefiguren und haben das Ziel, entweder als erster 25 von diesen zu erledigen, oder den rettenden Hubschrauber zu erreichen. Ärgerlicherweise kommt dieser jedoch erst zu einem vorgerückten Stadium ins Spiel. Jeder Spielzug beginnt zunächst mit dem Anlegen eines Teils der Stadt, in der sich alle Protagonisten aufhalten. Dies gewährleistet, dass der Spielplan bei jeder Partie anders ist. Dieser Stadtteil, der eine Straße, aber etwa auch Feuerwehr, Spielzeugladen, Waffengeschäft oder Krankenhaus sein kann, wird sodann je nach Art des Stadtteils mit Untoten, Munitionsnachschub und extra Lebensenergie aufgefüllt. Die Munition und Lebensenergie sind auch dringend von Nöten, will man nicht unfreiwillig das Spiel wieder auf dem Startfeld mit nur noch der Hälfte an erlegten Zombies fortführen. Denn kaum ein Spielzug vergeht ohne mindestens einen Kontakt mit der kürzlich verstorbenen Stadtbevölkerung. Sei es, dass man selber nach einem Würfelwurf beim Schlendern durch Straßen und Gebäude auf Untote trifft. Sei es, dass garstige Mitspieler sie einem auf den Hals hetzen. Dann muss gewürfelt werden. Fällt 1-3, gewinnt der Zombie und man muss eine Lebensmarke abgeben. Andernfalls kommt der Zombie als Trophäe in den Besitz des Spielers, der damit einen Punkt dem Sieg näher gekommen ist. Eingesammelte Zusatzmunition kann einen Würfelwurf aufwerten – so wird aus einer gewürfelten drei mit einer Munitionsmarke die rettende „4“, die den Zombie erlegt. Am Ende werden schließlich nach einem weiteren Würfelwurf einige Zombies bewegt und der nächste Spieler ist dran. Bis hierin ist Zombies!!! nichts Anderes als ein Würfelspiel und würde gerade mal als Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spiel für Ekelfleischliebhaber durchgehen. Der Pfiff kommt mit den Spielkarten hinein, von denen jeder Spieler bis zu drei auf der Hand halten kann. Sie werden während jeder eigenen Spielrunde wieder aufgefüllt. Das Besondere ist, dass diese nicht nur ausgesprochen mächtig sein können, um vor allem Mitspielern das Leben schwer zu machen. Insbesondere können sie jederzeit eingesetzt werden - auch und gerade während der einzelnen Phasen des Zugs eines Mitspielers. Im einen Augenblick meint man, den rettenden Hubschrauber schon frei vor Augen zu haben. Im nächsten setzen einem missgünstige Mitstreiter eine Armee von 10 Zombies in den Weg. Die nicht ungeteilte Freude ist auch groß, übernimmt ein Konkurrent einfach mal für einen den Spielzug die Figur eines Anderen. Im Gegenzug nutzt man dann die Spielkarten-Möglichkeit, alle Zombies abzulenken und gefahrlos an ihnen vorbeizuziehen.
Bei Zombies!!! ist man vor allem viel mit Würfeln und Bewegen von Plastikfiguren beschäftigt. Den besonderen Reiz macht jedoch das Ambiente aus. Die Stimmung einschlägiger Horrorfilme wird gut einfangen, wobei sich das Spiel zum Glück nicht all zu ernst nimmt. Die Gestaltung der Figuren und erst recht der Spielkarten tragen dazu bei. Sieht sich der Spieler das erste Mal einer Übermacht der Untoten gegenüber, kann es ihn schon schaudern. Die richtige Karte auf der Hand nimmt einem jedoch eventuell den Schrecken. Und sei es nur durch die Gewissheit, wenig später seinen Mitspielern das Leben mit den nicht mehr Lebenden noch ein Stück schwerer machen zu können. Durch die ständige Bereitschaft, Karten ausspielen zu können, verlieren auch die Wartezeiten während der Würfelschlachten der Mitstreiter ein wenig ihren Grusel. Allerdings kann eine Partie auch mal mehrere Stunden dauern, so dass es einem doch irgendwann genug an den sich dann wiederholenden recht großen Gemeinheiten ist.
Wer Horrorfilme und deren Persiflagen mag, der sollte sich Zombies!!! einmal näher ansehen. In Anbetracht der reichhaltigen Ausstattung mit Zombiefiguren ist heutzutage ein Straßenpreis von unter 20€ beinahe als Schnäppchen anzusehen. Auf Englisch sind inzwischen zahlreiche Erweiterungen erschienen, die neue Aufgaben, Gegenden wie eine Militärbasis und natürlich Plastikfiguren enthalten. Der Schrecken ohne Ende ist damit gesichert.
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